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28.06.2017

Alter Träger kritisiert neue UPD

Verbund unabhängige Patientenberatung: Callcenter-Beratung ist weniger bürgernah und qualifiziert

Die Unabbhängige Patientenberatung (UPD) ist nach Ansicht des Verbunds unabhängige Patientenberatung (VuP) e.V. unter dem neuen Betreiber Sanvartis nicht mehr so effektiv wie zuvor. Sie erhalte zwar mehr Fördermittel, sei aber weniger bürgernah und qualifiziert, erklärte der Verbund, der bis 2015 einer der Träger der UPD war. Zudem sei es "befremdlich", dass der Call-Center-Betreiber Sanvartis seine Geldtransfers aus der UPD geheim halte.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hatte Mitte Juni den "Monitor Patientenberatung 2016" der neuen UPD vorgestellt. Der VuP e.V. hat die veröffentlichten Ergebnisse mit dem UPD-Monitor-Patientenberatung von 2015 verglichen, der noch von dem Sozialverband VdK e.V., dem Verbund VuP e.V. und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen vzbv e.V. als damalige Träger erstellt worden war.

Den Angaben zufolge hat die neue UPD 2016 von der GKV 9 Millionen Euro und von der PKV 630.000 Euro  Fördermittel bekommen. Zuvor waren es jährlich insgesamt rund 6 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung um etwa 55 Prozent. Mit dem Geld beschäftige die neue UPD jedoch weniger und geringer qualifizierte Mitarbeiter/innen als die bisherige UPD, so der VuP. Die Anzahl akademisch qualifizierter Berater/innen liege bei der neuen UPD bei 41 Prozent bei der alten UPD hatten alle Berater/innen eine akademische Ausbildung.

Insgesamt habe die neue UPD im vergangenen Jahr 93.827 Beratungen durchgeführt, das sind nur 16,6 Prozent mehr als 2015 von der bisherigen UPD mit 80.452 Beratungen. Bemerkenswert sei auch die Verteilung der Beratungen auf die unterschiedlichen Zugangswege, so der VuP e.V. Die telefonische Beratung sei wie geplant weiter ausgebaut worden auf 90,1 Prozent der Anfragen (bisher 78,4 %), während die persönliche Beratung von bisher 14,0 Prozent auf 3,7 Prozent (in Zahlen: von 11.295 auf etwa 3.470) dramatisch zurückgegangen sei.

Es sei kaum vorstellbar, dass innerhalb eines Jahres so viel weniger Ratsuchende persönliche Beratung wünschen, hieß es. Eher sei dies auf ein verändertes Angebot mit vorrangiger Call-Center-Beratung zurückzuführen. Der Neustart der UPD als Callcenter beinhalte zudem einen Verzicht auf Beratungstiefe. Das vorher über mehr als 15 Jahre entwickelte Beratungsprinzip, das die Bedürfnisse der Ratsuchenden in den Mittelpunkt stellte, werde durch die Sanvartis-UPD auf Informationsweitergabe reduziert.

Quelle: Verbund unabhängige Patientenberatung (VuP) e.V., Mitteilung vom 28.06.2017

Weitere Informationen: www.v-up.de