Seite drucken Sie befinden sich hier:  HOME  /  Aktuelles  /  Nachrichten
19.02.2018

Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz

Vertreter/innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten die Empfehlungen zur Förderung von Gesundheitskompetenz

Vielen Menschen fällt es schwer, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und zu nutzen. Um diese Situation zu verbessern, hat ein Expert/innenteam aus Wissenschaft und Praxis einen "Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz" entwickelt. Der Aktionsplan wurde von Doris Schaeffer und Ullrich Bauer von der Universität Bielefeld, Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance sowie Kai Kolpatzik vom AOK-Bundesverband herausgegeben und soll Akteur/innen aus allen Bereichen der Gesellschaft, politische Entscheidungsträger/innen, die im Gesundheitswesen Tätigen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen zur Zusammenarbeit bewegen und darin unterstützen, sich in einer konzertierten Aktion für die Gesundheitskompetenz in Deutschland einzusetzen.

Am 19. Februar wurde der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz öffentlich vorgestellt und anschließend von Vertreter/innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis kommentiert und diskutiert. Der Aktionsplan konzentriert sich auf vier Bereiche: Er nimmt den Handlungsbedarf in den alltäglichen Lebenswelten, im Gesundheitssystem, beim Leben mit chronischer Erkrankung und in der Forschung in den Blick. In insgesamt 15 aufeinander abgestimmten Empfehlungen wird aufgezeigt, wie die Gesundheitskompetenz in Deutschland gestärkt werden kann.

Frau Professorin Marie-Luise Dierks, Mitglied des Expert/innenbeirats, betonte bei der Präsentation des Aktionsplans, besonders für chronisch erkrankte Menschen müsse etwas getan werden. Das Engagement in einer Selbsthilfegruppe sei eine wichtige Initiative, um eine "bedingt gelingende Gesundheit" zu erlangen. Bestehende Selbsthilfestrukturen müssten in tragende und nachhaltige Finanzierungskonzepte überführt werden, um individuelle Gesundheitskompetenz bei dieser Zielgruppe zu fördern. In Deutschland leiden mehr als 12 Millionen Menschen an einer chronischen Erkrankung oder Behinderung (Quelle: Bundesteilhabebericht 2016).

Weitere Informationen zum Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz: www.nap-gesundheitskompetenz.de